Nervenkitzel pur, Gänsehaut-Atmosphäre und ein Duell, das seinem Halloween-Wochenende alle Ehre machte. Wenn die beiden bislang ungeschlagenen Mannschaften der Bayernliga aufeinandertreffen, ist Spannung eigentlich vorprogrammiert. Am vergangenen Samstag reisten die Damen 1 des FSV Marktoffingen zum FT München-Schwabing. Beide Teams hatten bis dahin drei Siege aus drei Spielen auf ihrem Konto. Es war also alles angerichtet für ein echtes Spitzenspiel mit Krimi-Potenzial. Am Ende sollte es für die Rieserinnen allerdings kein Happy End geben. Nach einem wechselhaften Fünf-Satz-Spiel mussten sie sich den Gastgeberinnen mit 2:3 geschlagen geben und damit auch die Tabellenführung vorerst abgeben. Dabei starteten die Marktoffingerinnen zunächst ganz nach ihrem Geschmack in die Begegnung. Mit druckvollen, scharf platzierten Aufschlägen setzten sie Schwabing früh unter Druck und legten damit den Grundstein für eine starke Blockarbeit am Netz. Immer wieder bekamen die Gäste die gegnerischen Angriffe zu fassen und konnten sich wichtige Punkte sichern. Die Mannschaft fand schnell zu ihrem Spiel, trat selbstbewusst auf und belohnte sich mit einem verdienten 25:20-Satzgewinn. Der Auftakt war gelungen und die Hoffnung groß, auch in Schwabing etwas Zählbares mitnehmen zu können. Doch der Gastgeber hatte längst noch nicht alle Karten auf den Tisch gelegt. Im zweiten Durchgang wurden die Aufschläge der Müncherinnen zunehmend unangenehmer, während die Marktoffinger Annahme nicht mehr die gewohnte Präzision auf das Feld brachte. Dadurch geriet auch der eigene Spielaufbau immer wieder ins Stocken. Was im ersten Satz noch souverän funktioniert hatte, wurde nun zur Herausforderung. Kleine Ungenauigkeiten und vermeidbare Eigenfehler schlichen sich ein, die Schwabing konsequent auszunutzen wusste. Mit 17:25 ging der Satz an die Gastgeberinnen und die Partie war wieder ausgeglichen. Die passende Antwort darauf fanden die Rieserinnen im dritten Durchgang. Zurück zu den Stärken aus dem Auftaktsatz lautete offenbar die Devise. Mit scharfen, platzierten Aufschlägen brachten sie die Schwabinger Annahme erneut ins Wanken und konnten im Anschluss mit einer aufmerksamen Blockarbeit immer wieder wichtige Punkte verbuchen. Die Mannschaft wirkte wieder hellwach, kämpfte um jeden Ball und fand zunehmend Sicherheit in den eigenen Aktionen. Herausragend präsentierte sich hier Eva-Maria Schröter, die mit harten Angriffen immer wieder Druck erzeugte, gleichzeitig aber auch mit cleveren und variantenreichen Lösungen punktete. Mit 25:20 sicherten sich die Gäste den dritten Satz und damit erneut die Führung in diesem umkämpften Spitzenspiel. Doch die beiden letzten Durchgänge sollten den Marktoffingerinnen noch einmal alles abverlangen. Schwabing erhöhte den Druck, servierte stark und fand mit clever platzierten Angriffen immer wieder Lücken in der FSV-Abwehr. Die Rieserinnen liefen nun nahezu durchgehend einem Rückstand hinterher und fanden kaum noch Mittel, das Spielgeschehen zu ihren Gunsten zu drehen. Hinzu kam, dass sich die angespannte Personalsituation immer deutlicher bemerkbar machte. Die ohnehin geschwächte Ersatzbank ließ dem Trainergespann nur wenige Möglichkeiten, durch größere Wechsel noch einmal neue Impulse zu setzen. Während Schwabing seine Möglichkeiten konsequent nutzte, fehlte den Gästen zunehmend die Durchschlagskraft. Der vierte Satz ging mit 13:25 deutlich verloren. Damit musste wie schon in der Vorwoche der Tiebreak die Entscheidung bringen. Doch auch hier erwischten die Gastgeberinnen den besseren Start und ließen sich die Führung nicht mehr nehmen. Die Marktoffingerinnen versuchten noch einmal alles, doch Schwabing blieb am Drücker und machte mit 15:8 den 3:2-Heimsieg perfekt. Der Halloween-Krimi hatte damit zwar einen spannenden Verlauf, aber leider nicht das erhoffte Ende aus Rieser Sicht.
Trotz der Niederlage gab es auch auf Marktoffinger Seite Grund zur Freude: Eva Simon (eigentlich Bezirksliga, Damen 2) welche aktuell die geschwächte Personalsituation auf der Mitte kompensiert, konnte mit zahlreichen erfolgreichen Blocks, effektiven Angriffen und einer starken Präsenz am Netz überzeugen. „Es war ein verrücktes Spiel mit vielen Höhen und Tiefen für uns. Aber es war wichtig, dass wir kämpfen und an uns glauben, fasste Co-Trainer Sven Wachsmann die Begegnung zusammen, auch wenn es diesmal nicht für den vierten Sieg in Folge gereicht hat. Nun kommt die Spielpause am kommenden Wochenende gerade recht. Zeit, die Akkus wieder aufzuladen, die personelle Situation etwas zu entspannen und die gesammelten Erfahrungen aus diesem Spitzenspiel mitzunehmen.