Es war eine Achterbahn der Gefühle – und ebenso der eigenen Spielleistung. Anschaulicher hätte man den zweiten Spieltag der zweiten Volleyball-Damenmannschaft des FSV Marktoffingen kaum beschreiben können. Zwar kehrten die Rieserinnen mit zwei weiteren Punkten und einem Sieg gegen den TV Weitnau aus Weißenhorn zurück, dennoch blieb bei allen der Gedanke: Da wäre definitiv mehr drin gewesen!
Dabei schien gegen Gastgeber TSV Weißenhorn zunächst alles nach Plan zu laufen. Mit Führungen von 16:12 und 19:15 knüpften die Marktoffingerinnen nahtlos an ihre starke Leistung der Vorwoche an und dominierten das Geschehen. Mit 25:20 sicherten sie sich den ersten Durchgang. Doch die Heimmannschaft fand zunehmend besser ins Spiel und glich mit einem nahezu identischen Satzergebnis von 25:19 aus. Was folgte, war der erste tiefe Fall des Tages. Völlig verkopft und zu sehr mit den eigenen Aktionen beschäftigt, verloren die FSV-Damen zunehmend den Zugriff auf das Spiel. Zwar entschärfte die Abwehr um Libera Michelle Grimmeißen immer wieder gegnerische Angriffe, doch im eigenen Spielaufbau schlichen sich zu viele Fehler ein. Weißenhorn zog davon und besiegelte mit einem deutlichen 25:12 den Satzverlust.Doch kampflos wollten sich die Marktoffingerinnen nicht geschlagen geben. Angetrieben von druckvollen Angriffen durch Eva Simon und Carina Willig kämpften sie sich zurück ins Spiel. Das variable Angriffsspiel der Gastgeberinnen mit kurzen und langen Bällen stellte sie allerdings immer wieder vor Probleme. In der Crunchtime lagen die FSV-Damen mit 12:22 bereits deutlich zurück. Ein letztes Aufbäumen brachte zwar noch einmal Schwung, am Ende stand mit 17:25 aber die erste Niederlage des Tages fest.Viel Zeit zum Grübeln blieb nicht, denn mit dem TV Weitnau wartete bereits der nächste Gegner. Köpfe hängen lassen? Keine Option! Mit neuem Selbstbewusstsein starteten die Rieserinnen in die Partie. Besonders Milena Leberle und Nicole Müller punkteten auf ihren Positionen fleißig am Netz. Der Lohn: ein verdienter 25:22-Satzgewinn. Doch die Achterbahn nahm erneut Fahrt auf. Abstimmungsprobleme und zu viel gewollte Offensive führten zu unnötigen Eigenfehlern, die Weitnau dankend annahm und mit 25:23 zum 1:1 ausglich. Was dann folgte, war die wohl stärkste Phase des FSV an diesem Tag. Mit druckvollen Aufschlägen setzten Melanie Dauser und Lisa Wiedemann die gegnerische Annahme derart unter Druck, dass die Gegnerinnen kaum ins Spiel fanden. Nicht einmal die Zehn-Punkte-Marke durften sie erreichen: Mit einem überragenden 25:9 meldeten sich die Marktoffingerinnen eindrucksvoll zurück. Doch warum ließ sich dieser Schwung nicht mitnehmen? Erneut fehlte beim Seitenwechsel die nötige Konstanz, Kleinigkeiten wurden sofort bestraft. Weitnau witterte seine Chance, kämpfte sich zurück und sicherte sich in einer dramatischen Schlussphase mit 26:24 tatsächlich noch den vierten Satz. Damit ging es in den Tiebreak – und auch dort schien die Achterbahn zunächst nur eine Richtung zu kennen: abwärts. Mit 1:8 gerieten die FSV-Damen früh ins Hintertreffen. Trainerin Maresa Lutz blieb in der Auszeit nur noch die Devise: alles oder nichts! Und tatsächlich folgte auf die Talfahrt der ersehnte Höhenflug. Unter den Aufschlägen von Antonia Stadali kämpften sich die Marktoffingerinnen Punkt für Punkt heran. Theresa Wizinger fand nun die perfekten Lösungen am Netz, und plötzlich gerieten die Weitnauerinnen selbst unter Druck. Aus dem scheinbar aussichtslosen Rückstand wurde eine 12:11-Führung. Beflügelt von der Aufholjagd agierte der FSV nun als geschlossene Einheit, behielt die Nerven und machte mit 15:11 den Sack zu. Die Erleichterung über zwei hart erkämpfte Punkte war groß. Doch trotz des versöhnlichen Endes bleibt nach diesem Spieltag eine Erkenntnis: Die Achterbahn darf künftig gerne etwas weniger steil verlaufen – denn dass deutlich mehr in der Mannschaft steckt, haben die Marktoffingerinnen bereits bewiesen.