Viel Kampfgeist, wenig Lohn

Lange Anreise, tolle Halle, hochmotivierte Mannschaften und gleich zwei Spitzenteams als Gegner – die Voraussetzungen für einen Volleyballtag der Extraklasse hätten kaum besser sein können. Über zwei Stunden Fahrt nahmen die Damen 2 des FSV Marktoffingen auf sich, um sich mit Tabellenführer TSV Sonthofen II und dem zweitplatzierten FC Ebenhofen zu messen. Am Ende standen zwei intensive Begegnungen, jede Menge Volleyball auf Augenhöhe und leider nur ein Punkt auf dem FSV-Konto.

Gegen Gastgeber Sonthofen wartete gleich eine echte Herausforderung. Die ambitionierten Gastgeberinnen, die nächste Saison eine Liga höher spielen möchten, hatten ihren Kader mit einigen erfahrenen Spielerinnen aus höheren Spielklassen bestückt. Dass das deutliche 0:3 den Spielverlauf kaum widerspiegelte, zeigte sich bereits im ersten Satz. Lange begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe, ehe Sonthofen durch eine Aufschlagserie davonzog. Eine goldrichtige Auszeit von Trainer Josef Wizinger brachte die FSV-Damen zurück ins Spiel. Punkt für Punkt kämpften sie sich bis zum 23:23 heran, mussten den Satz aber durch die individuelle Klasse der Gastgeberinnen doch noch abgeben. Ein ähnliches Bild bot sich im zweiten Durchgang: Wieder kämpften sich die Rieserinnen nach einem Rückstand zurück, allen voran Christina Altenburger und Carina Willig sorgten am Netz für wichtige Punkte. Doch erneut hatte Sonthofen in der Crunchtime das bessere Ende für sich. Im dritten Satz fehlte schließlich etwas die Kraft, um den Rückstand noch aufzuholen.

Gegen den FC Ebenhofen sollte es anschließend nicht weniger spannend werden. Auch hier liefen die Marktoffingerinnen zunächst einem Rückstand hinterher, kämpften sich aber zum 24:24 zurück und verloren den Satz denkbar knapp. Davon ließen sie sich jedoch nicht beirren. Besonders Milena Leberle auf Außen und die junge Mittelangreiferin Leonie Stempfle überzeugten mit starken Angriffen. Nicole Müller entschärfte zudem in der Abwehr zahlreiche gegnerische Bälle. Im dritten Satz folgte die stärkste FSV-Phase: Eine Aufschlagserie der eingewechselten Dina Grübel brachte Ebenhofen ins Wanken und mit 25:14 gelang ein beeindruckender Satzgewinn. Doch erneut konnte der Schwung nicht mitgenommen werden. Ebenhofen glich aus und erzwang den Tiebreak.

Auch dieser entwickelte sich zur Achterbahnfahrt. Zunächst erspielten sich die FSV-Damen eine Vier-Punkte-Führung zum Seitenwechsel, ehe Ebenhofen wieder herankam. In einer nervenaufreibenden Schlussphase kämpften sich die Rieserinnen erneut bis zum 14:14, mussten sich aber auch diesmal mit 14:16 denkbar knapp geschlagen geben.

So blieb nach über vier Stunden Volleyball gegen die beiden besten Teams der Liga lediglich ein Punkt. Die Enttäuschung über die knappen Niederlagen war entsprechend groß. Dennoch haben die FSV-Damen eindrucksvoll gezeigt, dass sie auch den Spitzenteams der Liga auf Augenhöhe begegnen können. Jetzt gilt es, den Kampfgeist und die starken Phasen mitzunehmen und sich beim nächsten Mal auch für die Leistung zu belohnen.