Niederlage im Spitzenspiel

„The winner takes it all …“ – selten passte eine Liedzeile so gut zu einem Volleyballabend wie an diesem Spitzenspiel in Marktoffingen. Denn in einem Duell auf absolutem Topniveau mussten die FSV Damen am Ende anerkennen: An diesem Tag hatte der MTV Ingolstadt in den entscheidenden Momenten das glücklichere, vor allem aber das konstantere Händchen. Mit 1:3 unterlagen die Rieserinnen den Gästen und rutschen damit auf Tabellenplatz vier ab – bleiben jedoch weiterhin mitten im Konzert der Spitzenteams der Bayernliga.
Der erste Satz begann aus Sicht der Gastgeberinnen denkbar ungünstig. Ingolstadt servierte mit enormem Druck, setzte die Annahme früh unter Stress und nutzte jede Unsicherheit eiskalt aus. Während die Gäste nahezu fehlerfrei agierten, fanden die FSV Damen kein passendes Gegenmittel gegen das druckvolle Angriffsspiel der Schanzerinnen. Der Satz war schnell erzählt, mit 12:25 ging der Durchgang deutlich an Ingolstadt.
Doch Marktoffingen zeigte im zweiten Satz eindrucksvoll, warum dieses Team zu den Topmannschaften der Liga zählt. Mit neuer Entschlossenheit, mehr Aggressivität und einer spürbaren „Jetzt-erst-recht“-Mentalität kehrten die FSV Damen aufs Feld zurück. Eine starke Aufschlagserie von Laura Geiß brachte den Gastgeberinnen die nötige Konstanz während die Annahme um eine überragende Libera Jana Fix nun perfekt organisiert war. Sie kratzte schier verlorene Bälle vom Hallenboden, hielt lange Ballwechsel am Leben und gab ihrer Mannschaft enorme Sicherheit. Der Lohn: ein überzeugender 25:17-Satzgewinn und der verdiente Ausgleich.
Satz drei entwickelte sich zum emotionalen Höhepunkt des Abends. Beide Teams lieferten sich nun einen offenen Schlagabtausch auf Augenhöhe,  intensiv, leidenschaftlich, nervenaufreibend. Die FSV Damen erwischten den besseren Start, führten zwischenzeitlich mit 2:6 und 4:9, ehe Ingolstadt eine fulminante Aufholjagd startete und bis auf 15:18 herankam. Die Halle kochte, jede Aktion wurde bejubelt, jede Rettungstat gefeiert. Unter einer nervenstarken Stefanie Stimpfle an der Grundlinie bäumten sich die Rieserinnen erneut auf, während Tina Stimpfle und Kristin Löfflad mit schnellem, intelligentem Mittelangriff immer wieder Akzente setzten. Nach fast 30 Minuten Volleyball-Wahnsinn ging der Satz dennoch hauchdünn an die Gäste, ein bitterer Moment in einem Satz, der keinen Verlierer verdient gehabt hätte.
Im vierten Durchgang erwischte Ingolstadt erneut den besseren Start. Die FSV Damen kämpften, stemmten sich gegen den Rückstand, fanden jedoch kein Mittel mehr, um das Spiel noch einmal zu drehen. Entscheidend, so Trainerin Theresa Wizinger, war am Ende die Konstanz im Aufschlag: Während Marktoffingen nicht ganz die Qualität der Vorwoche abrufen konnte, leistete sich der MTV kaum Fehler und behielt in den entscheidenden Phasen das berüchtigte eiskalte Händchen.
Trotz der Niederlage blieb am Ende ein Gefühl, das überwog: Stolz. Stolz auf eine starke Leistung, auf leidenschaftlichen Volleyball und auf einen Abend, der beste Werbung für diesen Sport war. Die volle Halle war sich einig – dieses Spitzenspiel auf hohem Niveau wird noch lange in Erinnerung bleiben.

FSV I: Kristin Löfflad, Tina Stimpfle, Stefanie Stimpfle, Jenny Stempfle, Marie Deißler, Jana Fix, Anna-Lisa Wagner, Eva-Maria Schröter, Laura Geiß, Eva Simon, Lina Bachmann,