Sieg vor überragender Heimkulisse gegen Lohhof

Das Spannende und zugleich Faszinierende am Volleyball ist wohl, dass immer alles passieren kann. Kein Spiel ist entschieden, bevor der letzte Ball den Boden berührt hat. Genau diese Dynamik bekamen die Zuschauer beim Heimspiel der FSV-Damen gegen den SV Lohhof II eindrucksvoll zu sehen. Trotz eines zunächst verlorenen Satzes bewiesen die Marktoffingerinnen Moral, steigerten sich im Verlauf der Partie deutlich und sicherten sich am Ende einen verdienten 3:1-Erfolg. Dabei begann das Spiel eigentlich perfekt für die Gastgeberinnen. Mit einer 4:0-Aufschlagserie von Jenny Stempfle erwischten die FSV-Damen einen Klasse Start. Doch die Gäste aus Lohhof ließen sich davon keineswegs beeindrucken. Im Gegenteil: Im Angriff legten die Münchnerinnen plötzlich einen Zahn zu und präsentierten sich phasenweise nahezu bundesligatauglich. Mit druckvollen, präzisen Angriffen spielten sie fast fehlerfrei und drehten den Satz Schritt für Schritt zu ihren Gunsten. Zwar hielten die Rieserinnen gut dagegen und bewegten sich auf Augenhöhe, doch direkte Punktgewinne gelangen ihnen seltener. So mussten sie den ersten Durchgang schließlich knapp mit 23:25 an die Gäste abgeben.
Auch Satz zwei begann ähnlich schwierig. Obwohl Lohhof bereits als Absteiger feststeht, agierten die Münchnerinnen alles andere als wie ein Kellerkind. Mit ihrer Größe und Durchschlagskraft im Angriff setzten sie immer wieder harte Schläge in die Marktoffinger Feldhälfte und zogen zunächst auf 2:7 davon. Doch genau in dieser Phase zeigte sich eine große Stärke des FSV-Teams. Trainerin Theresa Wizinger lobte nach dem Spiel vor allem die Fähigkeit ihrer Mannschaft, Gegner zu analysieren und sich schnell anzupassen. Die Blockarbeit wurde deutlich verbessert, die Abwehr stabilisierte sich und auch im Angriff fanden die Rieserinnen zunehmend Lösungen.
Vor allem Anna-Lisa Wagner sowie die beiden Mittelangreiferinnen setzten nun immer wieder wirkungsvolle Angriffe und brachten ihr Team zurück ins Spiel. Schritt für Schritt kämpfte sich der FSV heran, gewann an Sicherheit und drehte den Satz schließlich verdient zu seinen Gunsten.
Die Sätze drei und vier entwickelten sich anschließend zu einem intensiven Schlagabtausch, in dem beide Teams um jeden Ball fighteten. Doch diesmal hatten die Gastgeberinnen das bessere Ende für sich. Besonders hervorzuheben ist dabei Zuspielerin Jenny Stempfle, die unermüdlich über das Feld wirbelte und immer wieder kreative Lösungen fand, um ihre Angreiferinnen perfekt in Szene zu setzen.
Auch der taktische Doppelwechsel erwies sich immer wieder als goldrichtig. Marie Deißler und Stefanie Stimpfle waren an diesem Tag Joker der besonderen Art. Mit bemerkenswerter Gelassenheit und großem Selbstvertrauen setzten sie wichtige Punkte und gaben dem Spiel des FSV zusätzliche Stabilität, zur großen Freude des Trainerteams.
Im Hinterfeld überzeugte zudem einmal mehr Libera Jana Fix, die mit starken Abwehraktionen zahlreiche Angriffe der Gäste entschärfte und ihrer Mannschaft Sicherheit verlieh. Am Ende war es vor allem die geschlossene Teamleistung, die den Unterschied ausmachte. Während Lohhof im vierten Satz zunehmend Eigenfehler produzierte, spielte sich der FSV nun nahezu fehlerfrei in einen kleinen Rausch. Mit 25:15 ging der letzte Durchgang schließlich deutlich an die Gastgeberinnen – und der nächste Heimsieg war perfekt.
Mit diesem Erfolg behaupten die Marktoffingerinnen weiterhin einen starken vierten Tabellenplatz. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt jedoch nicht: Am kommenden Samstag steht bereits das letzte Heimspiel und gleichzeitig der finale Spieltag der Saison an. Zu Gast ist dann niemand Geringeres als der Tabellenführer und bereits feststehende Meister aus Straubing.
Noch einmal wollen die FSV-Damen vor heimischem Publikum zeigen, was in ihnen steckt – und sich mit einer leidenschaftlichen Leistung aus dieser starken Saison verabschieden.

FSV I: Jenny Stempfle, Marie Deißler, Jana Fix, Kristin Löfflad, Tina Stimpfle, Anna-Lisa Wagner, Laura Geiß, Eva-Maria Schröter, Stefanie Stimpfle