Beste Werbung für Volleyball: FSV gegen Talent Team Bayern

Es war einer dieser Volleyballtage, die lange nachhallen. Volleyball auf einem Niveau, wie man es in Marktoffingen nur selten erlebt. Eine randvoll gefüllte Halle, hochklassiger Sport und zwei Mannschaften, die Werbung für diesen Sport betrieben – ehrlich, kompromisslos und auf Augenhöhe. Es war ein Spiel, das dem Namen Bayernliga in jeder Phase gerecht wurde.  Auch wenn die Damen 1 des FSV Marktoffingen am Ende eine 1:3-Niederlage gegen das Talent Team Bayern hinnehmen mussten, blieb vor allem eines zurück: Begeisterung. Für Volleyball. Für eine herausragende Fankulisse. Für diesen Sportnachmittag.

Top ausgebildete Nachwuchstalente trafen am vergangenen Sonntag auf eine eingespielte FSV-Mannschaft, die sich im oberen Tabellendrittel etabliert hat. Die Halle war gerammelt voll, die Zuschauer bereit für einen echten Volleyballkracher und genau den bekamen sie. Knallharte Angriffsschläge, lange Ballwechsel, kaum geschenkte Punkte. Jeder Ballwechsel ein kleiner Kampf, jeder Punkt hart erarbeitet. Der erste Satz war sinnbildlich für das gesamte Spiel. Marktoffingen agierte mutig, variabel und setzte immer wieder auf Angriffe über die beiden Mittelangreiferinnen Tina Stimpfle und Kristin Löfflad, die nahezu nach Belieben durchkamen. Zuspiel und Angriff harmonierten hervorragend, das Publikum ging früh mit. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, hochintensiv und taktisch anspruchsvoll. In den entscheidenden Momenten behielten die Rieserinnen die Nerven und sicherten sich den Durchgang mit 25:23 – ein Auftakt nach Maß. Doch das Talent Team Bayern zeigte schnell, warum es trotz Tabellenplatz 7 nicht zu unterschätzen ist. Ab dem zweiten Satz erhöhten die Gäste spürbar den Druck. Ihre Aufschläge wurden präziser und aggressiver und  setzten die FSV-Annahme immer wieder unter Stress. Gleichzeitig brachten sie ihre Angriffe mit einer Wuchtigkeit und einer Kaltschnäuzigkeit vermehrt über Außen durch Es war beeindruckend, mit welcher abgebrühten Selbstverständlichkeit die jungen Talente ihr Spiel durchzogen. Der Satz blieb bis zum Schluss offen, kippte jedoch mit 23:25 zugunsten der Gäste. In Satz drei und vier nahm das Tempo weiter zu. Es entwickelte sich Vollgas-Volleyball, bei dem nahezu jeder Angriff hart geschlagen wurde. Lange Rallyes mit spektakulären Rettungsaktionen ließen die Zuschauer immer wieder spontanen Szenenapplaus beisteuern. Es war PR für diesen Sport in seiner reinsten Form. Ein Spiel, in dem sich niemand etwas schenkte und in dem jede Spielerin an ihre Grenzen ging. Der Unterschied an diesem Tag war minimal – aber entscheidend. Während die FSV-Aufschläge diesmal nicht wie gewohnt fruchteten und zu wenig Druck entfalteten, nutzten die Nachwuchstalente genau dieses Element konsequent für sich. Hinzu kam ein Zuspielerinnenwechsel auf Seiten der Gäste, der dem Angriffsspiel noch mehr Variabilität verlieh. Marktoffingen kämpfte leidenschaftlich, fand aber nicht mehr konstant in die eigene Struktur zurück. Die Sätze drei und vier gingen jeweils mit 20:25 verloren. Und dennoch: Es gab keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Ganz im Gegenteil. Trainerin Theresa Wizinger zeigte sich nach dem Spiel durchweg positiv:
„Das war ein Spiel auf ganz hohem Niveau. Genau solche Spiele zeigen, wie begeistert man von Volleyball sein kann.“ In der Tabelle rutscht der FSV auf Rang vier ab, bleibt jedoch weiterhin dicht am oberen Tabellendrittel dran. Viel wichtiger als das nackte Ergebnis war an diesem Abend jedoch die Erkenntnis, dass Marktoffingen auf diesem Level absolut mithalten kann – und Teil solcher Spiele ist. Ein Nachmittag  voller Intensität, Emotion und echter Sportbegeisterung. Ein Nachmittag, der zeigte, warum man Volleyball liebt.

FSV I: Marie Deißler, Jenny Stempfle, Kristin Löfflad, Tina Stimpfle, Stefanie Stimpfle, Eva Maria Schröter, Anna-Lisa Wagner, Laura Geiß, Jana Fix,